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«Wie kann ich mir den Himmel vorstellen, Herr Professor?»

Diese Frage wurde Dr.-Ing. Werner Gitt nach einem Vortrag gestellt.

Bild: photocase.com/misterQM Werner Gitt

Alle menschliche Vorstellungskraft reicht nicht aus, um sich die Herrlichkeit des Himmels vorstellen zu können. Paulus wurde ein Blick bis in den dritten Himmel (2. Kor. 12,2) gewährt. Er schreibt in anderem Zusammenhang von der verborgenen Weisheit Gottes, die uns der Geist Gottes schon hier auf Erden kundtut, und bemerkt dazu: «Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben» (1. Kor. 2,9). Wie viel mehr gilt diese Beschreibung für die uns noch unsichtbare Herrlichkeit Gottes und für den Himmel!

Die Bibel vermittelt uns kein vollständiges Bild des Himmels, dennoch zeichnet sie ihn in vielen Facetten, von denen wir hier einige betrachten wollen. Der Glaube darf es im Vorgeschmack wahrnehmen, das Schauen wird unbeschreiblich sein.

1. Der Himmel, ein Reich

Alle Reiche dieser Welt vergehen, ihre irdische Macht ist nur begrenzt. Das Deutsche Kaiserreich von 1871 hat keine fünfzig Jahre erreicht. Das Dritte Reich wurde als das Tausendjährige propagiert, aber es endete nach 12 Jahren in Schutt und Asche. Der Himmel hingegen ist ein ewiges Reich (2. Petrus 1,11), das kein Ende haben wird. Es ist ein «unbewegliches Reich» (Hebr. 12,28). Es ist das ersehnte himmlische Vaterland (Hebr. 11,16), in dem die Herrschaft Gottes mit einer vollkommenen Regierung restlos anerkannt werden wird. Die zu Christus Gehörigen werden mit ihm regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit (Off. 22,5; Luk. 19,17+19).

2. Der Himmel, das Vaterhaus

Im Gegensatz zu allen irdischen Häusern und Wohnungen ist der Himmel ein unvergänglicher Ort: «Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir» (Hebr. 13,14). Diese Stadt hat Gott selbst zubereitet (Hebr. 11,16 b), und der Herr Jesus ist der Gestalter des ewigen Domizils: «In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen ... Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten» (Joh. 14,2). Alle, die zu Christus gehören, haben hier ewiges Bürgerrecht; sie sind Gottes Hausgenossen (Eph. 2,19). Im «Vaterunser» heisst es: «Unser Vater in dem Himmel» (Matth. 6,9), und in Johannes 17,24 betet der Herr Jesus: «Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, auf dass sie meine Herrlichkeit sehen.» Der Himmel ist unser Vaterhaus, weil Gott dort wohnt (1. Mose 24,7; Psalm 115,3; Matth. 6,9). Es ist ebenso die Wohnstätte Jesu. Von dort ist er zu uns in die Welt gekommen (Joh. 3,13; Joh. 6,38), und dorthin ist er nach seiner Himmelfahrt wieder zurückgekehrt (Luk. 24,51; Apg. 1,11). Bei seiner Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit wird er von dort kommen und die Seinen zu sich nehmen.

Lesen Sie die weiteren 5 Punkte über den Himmel in ethos 7/2010 oder im Online-Archiv.

aus: Werner Gitt: Fragen, die immer wieder gestellt werden. CLV, Bielefeld, ISBN 978-3-89397-127-5


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